Einrichtungsideen für Ihr Wohnzimmer

Bei der Aufteilung und Ausstattung der Zimmer stellen sich besonders beim Wohnzimmer viele Fragen: Soll ich durchgängig einen Stil anwenden? Ist es sinnvoll, eine bestimmte Art Möbel zu kaufen? Wie statte ich das Zimmer aus?

Als Architektin, Designerin und Expertin für Software zur Innenraumgestaltung empfehle ich meinen Kunden eine dreistufige Methode, um sich über die Gestaltung des Wohnzimmers klar zu werden.
Im ersten Schritt werden der Charakter und die Art der Möbel für das Wohnzimmer festgelegt: Es muss nicht unbedingt ein formaler Stil (wie „Landhaus“ oder „Retro“) sein. Beschreiben Sie stattdessen die „persönliche Atmosphäre“, die in dem Zimmer herrschen soll. Dabei spielen persönliche Bedürfnisse von Ihnen selbst, Ihrer Familie und vielleicht Ihrer Haustiere, aber auch der Lebensstil und die Art der gewünschten Nutzung eine Rolle. Beispiele für eine „persönliche Atmosphäre“ wären „großer Rückzugsort für die Familie“ oder „Mehrzweckraum zum Aufhalten und Essen“.

Im zweiten Schritt werden der gewünschte „Blickpunkt“ und die dazugehörigen Elemente festgehalten. Der „Blickpunkt“ bezeichnet die Stelle oder die Objekte, die beim Betreten des Raumes als Erstes in den Blick fallen und dem Wohnzimmers einen bestimmten Charakter verleihen. Obwohl es sich dabei meistens nur um ein Objekt (wie zum Beispiel einen Kamin) handelt, kann man auch mehrere „Blickpunkte“ schaffen. Das gelingt durch eine bestimmte Anordnung der Möbel oder Sitzgelegenheiten oder durch einen ästhetischen Effekt, der bewirkt, dass man den Raum beim Betreten als gemütlich empfindet. Da das Wohnzimmer auf verschiedene Weise genutzt wird (zum Entspannen, Lesen, Fernsehen, als Treffpunkt der Familie etc.) sollte man auch die sekundären Blickpunkte in Betracht ziehen. Im obigen Beispiel (Gemütlichkeit als „Blickpunkt“) kann diese Wirkung durch verschiedene Elemente hervorgerufen werden wie durch große Teppiche, rustikale Deckenbalken, künstlerische Tapeten etc. In den folgenden Beispielen können Sie nachvollziehen, dass die Kamine in der Gesamtatmosphäre eine unterschiedliche Rolle spielen, obwohl sie stets an derselben Stelle desselben Raumes platziert wurden.

Wenn Sie diese Punkte geklärt haben, nehmen Sie mit einem Zollstock oder Maßband die Maße des Wohnzimmers sowie der aktuellen und zukünftigen Möbel. Dann kann es mit dem eigentlichen Design losgehen.

Ein Layout für das Wohnzimmer zu erarbeiten und mit verschiedenen Designoptionen zu experimentieren gelingt am besten mit einer Software für Innenraumgestaltung wie „Architekt 3D“. Mit diesem Programm können Sie verschiedene Ideen in einem 3D-Plan anzeigen, die Wirkung von Licht und Schatten testen und verschiedene Materialien und Farben ausprobieren. Ein Grundriss oder Stockwerksplan kann hilfreich sein, um ein bestimmtes Layout oder die Verteilung der Sitzgelegenheiten festzulegen. Für die Gesamtgestaltung muss man jedoch die dreidimensionalen Komponenten des Wohnzimmers und ihre Wechselwirkungen in Betracht ziehen (Wände mit ihrer jeweiligen Höhe und Oberfläche, Decken mit Formteilen oder ohne, Möbeltypen und Stoffe, Fenster mit Jalousien oder Vorhängen etc.). Wenn Sie sich das gesamte Projekt vor Augen führen, gewinnen Sie einen Eindruck vom Erscheinungsbild des Raumes, können die Wechselwirkung der Komponenten beurteilen und störende Aspekte frühzeitig erkennen.

Sehen wir uns jetzt ein paar Beispiele an, um die Aspekte von drei verschiedenen „persönlichen Atmosphären“ hervorzuheben. Beachten Sie, dass wir die verschiedenen Ideen im 3D-Plan auf dasselbe Zimmer angewendet haben, wie Sie in den Details der Bilder zur Innenraumgestaltung unten sehen.

 

Beispiel 1: Frisches, minimalistisches Ambiente.

 

Dieser Raum besitzt eine klare, lichte Atmosphäre. Der Stil lässt sich mit bestimmten Begriffen beschreiben. Sehen wir uns dazu das folgende Bild an.

 

rendering Living Room

 

- Dieses Wohnzimmerlayout enthält eine schöne Aussicht. Die Landschaft ist hier der „Blickpunkt“, der durch das größtenteils unbedeckte Fenster wahrgenommen wird. Sie gehört praktisch zum Wohnzimmer dazu und erlaubt den Einfall von natürlichem Licht.

- Eine Wand mit Nische eignet sich gut für den Kamin, der in der Wirkung nicht durch andere Möbel beeinträchtigt wird. In diesem Fall ist der Kamin geschlossen und hat deshalb nur eine untergeordnete Wirkung.

- Die Möbel, ihre Oberflächen und Stoffe etc. bilden einfache Linien.

- Flache, gläserne Oberflächen von Tischen und Regalen schaffen durchsichtige Transparenz.

- Klare Farben und natürliche Materialien sind für diesen Raum entscheidend. Für die Wände wählen Sie flachen (nicht-texturierten) Putz in hellen Farben, die das Licht reflektieren. Böden und Zubehör aus Bambusholz sind eine umweltfreundliche (und pflegeleichte) Möglichkeit.

- Sockelprofilleisten und Kranzprofile wirken einfach mit ihren geraden Linien.

- Da nur wenige Möbelstücke aufgestellt sind, wird der Fußboden sichtbar. So entsteht die Wirkung einer einfachen, unkomplizierten Umgebung.

- Vereinzelte, indirekte Beleuchtung ergänzt diesen Raum perfekt.

 

Beispiel 2: Ein gemütlicher, rustikal wirkender Raum.

 

Dieser Raum wirkt ruhig und ländlich. Folgende Merkmale verleihen ihm diesen Charakter.

 

rendring Living Room Cozy

 

- Im 3D-Plan-Layout dieses Wohnzimmer bildet die Landhausatmosphäre den „Blickpunkt“. Er entsteht durch die Kombination verschiedener Elemente und Materialien.

- Die Aussicht auf die Landschaft gehört zwar auch dazu, doch sie spielt hier keine dominante Rolle. Deshalb wird sie durch halbtransparente Baumwoll- oder Leinen-Vorhänge seitlich gerahmt. Wenn Sie den privaten Charakter verstärken möchten, wählen Sie als Stoff hellen Damast.

- Die Wandnische rahmt einen halboffenen Kamin, der von Steinfurnier umgeben ist. Dieses Oberflächenmaterial ist pflegeleicht und entfaltet eine starke Wirkung im Raum. Es kann auch für ein Sims oder ein kleines Regal benutzt werden, auf dem man kleine Gegenstände abstellen kann.

- Die Böden sind in diesem Raum besonders wichtig, weil sie seinen Charakter prägen. Ein künstlich gealteter Parkettboden (zum Beispiel aus dunklem Hickoryholz) lässt den Raum älter wirken und suggeriert, dass er schon länger benutzt worden ist. Ein Teppich mit natürlichem Muster grenzt den Sitzbereich ab und verstärkt den Eindruck der Gemütlichkeit.

- Gemütlich wirkende Räume haben niedrige Decken. Eine Holzdecke eignet sich hier (vor allem bei Räumen in kalten Klimazonen) besonders gut. Den Eindruck von Wärme können Sie außerdem durch Holzbalken aus echtem oder künstlichem Holz verstärken. Alternativ kann man auch Balken aus wiedergewonnenem Scheunenholz verwenden. Das hat ein spezielles, natürliches Erscheinungsbild.

- Die Wandoberflächen können mit rustikalem, texturiertem Putz oder grobem, gealtertem Faux Finish versehen werden, der mit Schwammtechnik aufgetragen wird.

- Die Sitzmöbel müssen bequem und einladend wirken. Geeignet sind gemütliche Sessel mit Armlehnen, weiche Sofas und ein kleiner Polstersessel oder Fußhocker. Verwenden Sie auch mehrere Kissen – nicht nur wegen der Bequemlichkeit, sondern auch um Sitzflächen umzuorganisieren. Bevorzugtes Oberflächenmaterial sind glatte, blickdichte Stoffe, die weich und/oder rustikal wirken (zum Beispiel locker gewebtes Leinen für die Kissen und Baumwollsamt für Stühle und Sofas).

- Die Anordnung der Sitzgelegenheiten kann sich an den Bedürfnissen eines Familientreffens ausrichten oder Sie wählen den Kamin als „Blickpunkt“.

- Einzelne Tische, Sitzbänke, Truhen und Regale müssen klare horizontale Flächen liefern. Klobiges, rustikales und wiedergewonnenes Holz eignen sich besonders gut. Hänge- und Holzregale können Antiquitäten, Bücher, Bilder und Tonfiguren aufnehmen.

- Die Beleuchtung sollte indirekt mit nicht-weißem Licht erfolgen. Eine einzelne Quelle mit direktem Licht lässt sich durch eine kunsthandwerklich gefertigte Tischlampe integrieren.

 

Beispiel 3: Ein formaler und vertrauter Ort.

 

Das dritte Beispiel zeigt ein Wohnzimmer mit klassischem, künsterlisch geprägtem Charakter. Diese Wirkung wird durch folgende Elemente erzeugt.

 

rendering Living Room Formal

 

- Jede Ecke dieses Raumes wurde bewusst mit bestimmten Elementen versehen, um eine spezielle Wirkung hervorzurufen. So entstehen hier mehrere „Blickpunkte“.

- Die Wandnische wird durch eine feine Profilleiste gerahmt und birgt einen verzierten geschlossenen Kamin, der in diesem Bereich dominiert. Wand und Paneele sind jeweils mit einer speziellen Tapete überzogen, die an keiner anderen Stelle des Raumes verwendet wird.

- Die Decke besteht aus gestuften Einsätzen (gerade und schräg) und Formteilen. Diese Einsätze wirken sich nicht nur auf den Eindruck der Höhe aus, sondern schaffen auch Möglichkeiten für direkte und indirekte Beleuchtung – ja nach Bedarf in den einzelnen Ecken des Raumes.

- Der Boden muss mit der Decke harmonieren. Deshalb sind Fliesen aus Naturmarmor oder Granit besonders gut geeignet. Sie ergänzen den Bereich mit dem Teppich und liefern ein klassisches Design und Muster.

- Die Wandoberflächen bestehen aus weichem (nicht-texturiertem) Putz mit weißen Paneelen und Formteilen mit weißer Holzverkleidung.

- Die Aussicht dient als externes Element des Raumes. Deshalb kann der Kontrast zwischen innen und außen durch schwere Vorhänge und Voile-Gardinen an den Fenstern hervorgehoben werden.

- Die Kunstobjekte werden in kleinen Gruppen präsentiert. An der Wand hängen jeweils zwei, thematisch ähnliche Gemälde zusammen. Jede Leinwand wird einzeln beleuchtet, damit das Bild besser zu sehen ist und eine eigene Wirkung entfalten kann. Obwohl die Gruppen nach den Inhalten der Gemälde gebildet werden, weist die gesamte Sammlung die gleichen Rahmen und dieselbe Beleuchtung auf. Figuren, Vasen und Töpfe werden einzeln auf dem Kaminsims und den Tischen aufgestellt.

- Bei diesem Thema müssen klassische Möbel mit symmetrischem, integriertem Layout sowie dunkle, weiche Stoffe ohne Muster verwendet werden. Das ist wichtig, weil sie nicht von den künstlerischen Elementen ablenken sollen.

- Die allgemeine Beleuchtung ist auf die Gemälde und die unteren Einsatzbereiche gerichtet und erhellt indirekt den Umgebungsraum. Quellen mit direktem Licht können auf Beistelltischen angebracht werden. Die Tischlampen sollten stilistisch mit den Kunstobjekten harmonieren.

 

Mit Architect 3D – der Software zur Innenraumgestaltung – und diesen einfachen Tipps gelingt Ihnen die Einrichtung Ihres Traumwohnzimmers im Handumdrehen. Viel Spaß bei der Arbeit!